Marjana Schott
schied zum Ende der 19.Legislaturperiode aud dem Landtag aus.
Die Fraktion dankt Ihr für Ihren langjährigen parlamentarischen Einsatz.
Pressemitteilungen
100 in einem Zelt: Menschwürdige Unterbringung geht anders, Herr Bouffier!
Zu ihrem Besuch der Erstaufnahmeeinrichtung in Kassel-Calden erklärt Marjana Schott, sozialpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:
„1.300 Flüchtlinge sind in Kassel-Calden untergebracht. Die meisten davon müssen über Wochen in einem Zelt mit bis zu 100 Personen – Feldbett an Feldbett – verbringen. Darunter sind mehrere schwangere Frauen, es gibt Familien mit Babys und Alleinstehende. Ich bedanke mich sehr herzlich bei der Leitung, den Mitarbeitenden und den Ehrenamtlichen, die in dieser schwierigen Situation eine großartige Leistung erbringen. Meine Kritik gilt der Landesregierung, die diese menschenunwürdige Unterbringung in den Erstaufnahmeeinrichtungen organisiert. Der Helikopterflug des Ministerpräsidenten in der letzten Woche hat nur seiner Selbstdarstellung gedient, statt die Situation der Flüchtlinge zu verbessern.“
Es gäbe in Hessen genügend leer stehende Gebäude: Ob Hotels, die nicht oder kaum genutzt werden, ehemalige Kasernen, leer stehende Verwaltungsgebäude, Schulen, Polizeipräsidien. Die Landesregierung wisse seit Langem, dass tausende Flüchtlinge nach Hessen kommen. Dies sei die Folge von Kriegen und Armut, für die die westlichen Länder zumindest mitverantwortlich seien, so Schott.
„Hessen muss unmittelbar Alternativen zur Zeltunterbringung schaffen. Im Herbst und Winter sind diese Unterkünfte nicht mehr zu halten. Schwangere Frauen brauchen sofort eine feste Unterkunft. Weiterhin muss die Landesregierung Druck auf das Bundesamt für Flüchtlinge ausüben, damit die Flüchtlinge vor Ort die Asylanträge stellen können, weil die Verteilung in die Städte und Kreise erst danach erfolgt. Es ist einfacher, einen Mitarbeiter des Bundesamtes nach Calden abzuordnen, als die Flüchtlinge zu Tausenden durchs Land zu fahren.“


